Im Arbeitskreis Stadtteilarbeit sind folgende Zentren vertreten:

SMZ-Stadtteilzentrum Jakomini - Stadtteilzentrum Triester - Stadtteilzentrum NaNet  - Büro der Nachbarschaften - EggenLend - Grätzelinitiative Margaretenbad - Mehrgenerationenhaus Waltendorf - SMZ-Nachbarschaftszentrum am Grünanger - Nachbarschaftszentrum St.Peter - Verein Stadtteilprojekt ANNENViERTEL

Wir treffen uns regelmäßig, um uns gegenseitig zu unterstützen, Ideen auszutauschen und uns gegenüber der Stadt Graz als Geldgeber zu positionieren.

2015 entwickelte die Stadt Graz ein Leitbild zur Stadtteilarbeit, das im Gemeinderat beschlossen wurde.  Ziel der Stadtteilarbeit ist es, Menschen in den unterschiedlichen Grazer Stadtteilen, die Teilhabe an der Gesellschaft und die Mitgestaltung des Lebens in der Stadt zu ermöglichen und so einen wichtigen Beitrag zum sozialen Frieden in Graz zu leisten.
   
Um das zu erreichen, werden innerhalb der Stadtteilarbeit unterschiedliche Maßnahmen gesetzt:    
  • das Schaffen von Begegnungsmöglichkeiten für Menschen in ihrem Wohnumfeld    
  • das zur Verfügung stellen niederschwelliger, konsumfreier Veranstaltungsorte        
  • Drehscheibe und Anlaufstelle mit konkreten Hilfestellungen sein        
  • Weitervermittlung an öffentlichen Beratungsstellen u./o. Angebote der Stadt Graz        
  • Unterstützung zur Selbstorganisation und für Menschen, die sich in die Gestaltung ihres Lebensumfeldes selbst einbringen möchten  

Die Mittel der Stadtteilarbeit wurden in den letzten Jahren massiv gekürzt, obwohl eigentlich ein Ausbau von Standorten in weiteren Bezirken geplant war:

Wir fordern die „Stadt der Menschenrechte“ auf, die soziale Sicherheit und Teilhabe ihrer Bewohner*innen mit allen Mitteln zu fördern und zu unterstützen. Stadtteilarbeit, egal ob in einem Stadtteilzentrum, Nachbarschaftszentrum oder in Projektform, stellt einen wichtigen Pfeiler für die Sicherung der Lebensqualität in der Stadt dar. Nur durch stabile Voraussetzungen können die Leistungen der Stadtteilarbeit für die Bewohner*innen professionell und in hoher Qualität gewährleistet werden. Unser oberstes Ziel ist somit der Erhalt und in weiterer Folge die Weiterentwicklung der Stadtteilarbeit in Graz.

Innerhalb des Grazer Leitbilds wurde u.a. beschlossen, „gesamtstädtische Angebote und Stadtteilzentren einzurichten“. Das ist vor allem dort notwendig, wo vorhandene Ressourcen nicht ausreichen, um ein harmonisches Zusammenleben zu gewährleisten. Auch können so Interventionen gesetzt werden, wo Menschen nur schwer in der Lage sind, sich selbst ausreichend um ihre Lebensumstände zu kümmern und diese zu verbessern. Dort ist ein erhöhter Bedarf an professioneller Unterstützung durch kompetente und geschulte Ansprechpersonen notwendig.
Die bestehenden Stadtteilzentren befinden sich allesamt an solchen sozialen „Brennpunkten“ und erfüllen diesen Auftrag nach den jeweiligen Anforderungen vor Ort bedarfsgerecht.  Aufgrund des dafür erforderlichen professionell geschulten Personals wurden Stadtteilzentren bisher höher gefördert als Nachbarschaftszentren. 
Letztere leben größtenteils von freiwilligem Engagement. Zur Basisausstattung gehört aber auch hier eine Ansprechperson vor Ort, die die Ehrenamtlichen koordiniert und Öffnungszeiten anbietet. Mit der bestehenden Förderung können nur Miet- und Sachkosten für Begegnungsräume abgedeckt werden, die Finanzierung für eine Anstellung fehlt!  
Bürgermeisterstellvertreter Eustacchio hat entgegen dem vom Gemeinderat beschlossenen Leitbild entschieden, „dass Stadtteilzentren ab dem zweiten Halbjahr 2019 nicht mehr gefördert werden“. Es gibt nur noch Nachbarschaftszentren in Graz!
    
Aus der Erfahrung der bestehenden Nachbarschaftszentren in Graz wissen wir nur zu gut, dass ein professioneller Betrieb mit den bisherigen Fördermitteln nicht möglich ist. Die Förderung für ein Nachbarschaftszentrum von max. €25 000 werden für Miete und Betriebskosten aufgewendet. Wer soll da noch zusätzlich administrativen Aufwand leisten, wie z.B. Anträge schreiben und sich um bessere Finanzierung kümmern. Die Grätzelinitiative Margaretenbad arbeitete in der Vergangenheit unter anderem deswegen so erfolgreich, weil eine Mitarbeiterin über die „Aktion 20.000“ (30. Juni 2019 beendet) angestellt werden und so eine Person konstant vor Ort sein konnte, die u.a. für Ehrenamtliche begleitend zur Verfügung stand. Auch Ehrenamt muss professionell begleitet und getragen werden!
Mit der zugesagten Förderung können auch die Nachbarschaftszentren in Zukunft nicht weitergeführt werden. Eine Weiterentwicklung der Stadtteilarbeit durch Nachbarschaftszentren unter dem bestehenden Finanzierungsmodell ist somit unmöglich!    
Der Arbeitskreis Stadtteilarbeit sieht durch die Kürzungen der Stadtteilarbeit in Stadtteil- und Nachbarschaftszentren       
  • langjährige Aufbauarbeit      
  • persönliche Beziehungen zu den Nachbar*innen und in Netzwerken    
  • bestehende Mitarbeiter*innen-Arbeitsplätze     
  • laufende niederschwellige Beratungs- und Sozialprojekte vor Ort        
  • und von den dort lebenden Bewohner*innen in Anspruch genommene, gewünschte und selbstorganisierte Initiativen wie Feste und Ausflüge, Projekte in den Stadtteilzentren, Siedlungsbetreuung mehrerer Schwerpunktsiedlungen

gefährdet.  

Jede Reduktion der laufenden Projekte zieht direkte negative Konsequenzen für die Bewohner*innen des Stadtteils nach sich (z.B. Verlust eines sozialen Netzwerks und Struktur im Alltag sowie konstanter Ansprechpersonen in Problemfällen und akuten persönlichen Krisen,…) und gefährdet in weiterer Folge das gute Miteinander und den sozialen Frieden im Stadtteil.